Stickstoffmonoxid und Nasenatmung — der Zusammenhang mit deiner Gesundheit
Jeder Atemzug durch die Nase erzeugt Stickstoffmonoxid — ein Molekül, das die Blutgefäße weitet, Bakterien abtötet und die Sauerstoffaufnahme verbessert.
Jeder Atemzug durch die Nase erzeugt Stickstoffmonoxid — ein Molekül, das die Blutgefäße weitet, Bakterien abtötet und deinem Körper hilft, Sauerstoff aufzunehmen. Hier erfährst du, warum das wichtiger ist, als du denkst.
Was ist Stickstoffmonoxid, und warum solltest du dich dafür interessieren?
Stickstoffmonoxid ist ein Gasmolekül, das dein Körper ganz von allein herstellt und das in so gut wie jedem System deines Körpers eine Rolle spielt. Das Magazin Science kürte es 1992 zum "Molekül des Jahres", und die Forscher, die seine Rolle bei der Signalübertragung im Herz-Kreislauf-System entschlüsselten, bekamen 1998 den Nobelpreis. Trotz dieser Anerkennung hat die Mehrheit der Menschen nie davon gehört. Einfach gesagt: Stickstoffmonoxid sagt deinen Blutgefäßen, dass sie sich entspannen und weiten sollen, was den Blutdruck senkt und die Durchblutung verbessert. Es hilft dem Immunsystem, Krankheitserreger abzutöten. Es unterstützt die Neurotransmitter in deinem Gehirn. Und jetzt der Teil, der mit dem Atmen zu tun hat: Deine Nasennebenhöhlen sind einer der Hauptorte, an denen dein Körper Stickstoffmonoxid produziert.
Wie Nasenatmung Stickstoffmonoxid erzeugt
Deine Nasennebenhöhlen — die Hohlräume in den Knochen rund um die Nase — produzieren ununterbrochen Stickstoffmonoxid. Wenn du durch die Nase einatmest, strömt die Luft an diesen Höhlen vorbei, nimmt das Stickstoffmonoxid mit und transportiert es hinunter in die Lunge. Dort weitet NO die Blutgefäße der Lunge, was den Blutfluss besser auf die belüfteten Bereiche der Lunge abstimmt. Das Ergebnis: Mit jedem Atemzug nimmst du mehr Sauerstoff auf. Und jetzt kommt's — Summen kurbelt die NO-Produktion in den Nebenhöhlen bis zu 15-mal so stark an wie ruhiges Atmen, weil die Schwingungen den Gasaustausch zwischen Nebenhöhlen und Nasenraum ankurbeln. Atmest du durch den Mund, umgeht die Luft die Nebenhöhlen komplett, und du verlierst diese kostenlose Lieferung eines Moleküls, dessen Nachbau die Pharmakonzerne Milliarden kostet.
Was Stickstoffmonoxid für Herz und Gefäße tut
Dein Herz-Kreislauf-System ist weit stärker auf Stickstoffmonoxid angewiesen, als die meisten Leute ahnen. NO entspannt die glatte Muskulatur in den Arterienwänden, senkt den Gefäßwiderstand und drückt den Blutdruck nach unten. Es verhindert, dass Blutplättchen verklumpen, und senkt so das Risiko für Blutgerinnsel. Es bremst die Ablagerung von Plaque in den Arterien, indem es weiße Blutkörperchen davon abhält, sich an den Gefäßwänden festzusetzen. Wer konsequent durch die Nase atmet, versorgt Lunge und damit auch den Blutkreislauf mit einem stetigen Nachschub an Stickstoffmonoxid aus den Nebenhöhlen. Die Mengen sind zwar klein im Vergleich zu dem, was deine Endothelzellen lokal produzieren, aber der summierte Effekt von tausend Atemzügen am Tag macht sich bemerkbar. Manche Forscher vermuten, dass genau das ein Grund ist, warum chronische Mundatmer häufiger unter Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden — auch wenn es noch mehr Studien braucht, um einen direkten Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zu belegen.
Was Stickstoffmonoxid für dein Immunsystem tut
Stickstoffmonoxid gehört zu den Frontkämpfern deines Immunsystems. Makrophagen — die weißen Blutkörperchen, die Krankheitserreger verschlingen und zerstören — feuern NO-Stöße ab, um Bakterien, Viren und Pilze abzutöten. Das in den Nasennebenhöhlen erzeugte Stickstoffmonoxid dient als erste Verteidigungslinie und sterilisiert die Luft, bevor sie überhaupt in die Lunge gelangt. Studien haben gezeigt, dass NO gegen ein breites Spektrum an Atemwegserregern wirkt, darunter Grippeviren, Rhinoviren und sogar Coronaviren. Eine Studie aus dem Jahr 2020 stellte fest, dass höhere NO-Konzentrationen in der Nase mit niedrigeren Raten an Infekten der oberen Atemwege einhergingen. Mundatmung übergeht diesen ganzen Abwehrmechanismus. Die Luft strömt direkt in den hinteren Rachen und weiter in die Lunge, ohne die antimikrobielle Barriere der Nase zu passieren. Mit der Zeit erklärt das vielleicht zum Teil, warum gewohnheitsmäßige Mundatmer öfter krank werden.
Wie du mit deinen Atemgewohnheiten die NO-Produktion maximierst
Die gute Nachricht: Um deine Stickstoffmonoxid-Dosis übers Atmen zu erhöhen, brauchst du weder Nahrungsergänzungsmittel noch Medikamente — nur bewusste Gewohnheiten. Zuallererst: Atme so oft wie möglich durch die Nase, Tag und Nacht. Nutze Nasenpflaster wie Oxistrip, wenn deine Nasenlöcher im Schlaf dazu neigen, eng zu werden oder zusammenzufallen. Übe ein paar Minuten am Tag langsames, tiefes Atmen durch die Nase: 4–5 Sekunden ein, 6–8 Sekunden aus. Probier mal fünf Minuten Summen am Tag — das treibt die NO-Ausschüttung aus den Nebenhöhlen ordentlich in die Höhe. Halte deine Nebenhöhlen gesund: mit Salzwasserspülungen, ausreichend Flüssigkeit und indem du Allergien behandelst, bevor sie aus dem Ruder laufen. Verzichte auf den Dauergebrauch abschwellender Nasensprays, die die Nasenschleimhaut schädigen und mit der Zeit die NO-Produktion beeinträchtigen können. Kleine Stellschrauben, konsequent gedreht, ergeben mit jedem Atemzug eine spürbar höhere Dosis Stickstoffmonoxid.
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