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mouth-tape5. Mai 20264 Min. Lesezeit

Wie Andrew Huberman den Mouth-Taping-Trend veränderte

Ein Stanford-Neurowissenschaftler brachte Mouth Taping vor Millionen von Zuhörern — hier ist, was er wirklich gesagt hat und welche Forschung dahintersteckt.

Der Stanford-Neurowissenschaftler Andrew Huberman brachte Mouth Taping zu Millionen von Zuhörern. Hier erfährst du, was er wirklich gesagt hat, welche Forschung dahintersteckt und was das für deinen Schlaf bedeutet.

Wer ist Andrew Huberman und warum hören ihm die Leute zu

Andrew Huberman ist Neurowissenschaftler und Professor an der Stanford School of Medicine. Er moderiert den Huberman-Lab-Podcast — eine der beliebtesten Gesundheits- und Wissenschaftssendungen weltweit, mit zweistelligen Millionenzahlen an Aufrufen pro Monat. Was ihn von typischen Wellness-Influencern unterscheidet, ist sein Hintergrund: Er leitet ein Labor, das die Regeneration von Neuronen und die Plastizität des Gehirns erforscht, und veröffentlicht in begutachteten Fachzeitschriften. Wenn Huberman über eine Gesundheitspraxis spricht, erklärt er die zugrunde liegenden Mechanismen, zitiert konkrete Studien und ist meist offen darüber, was die Wissenschaft belegt und wo die Beweislage noch dünn ist. Genau diese Glaubwürdigkeit ist der Grund, warum seine Kommentare zum Mouth Taping so viel Gewicht hatten. Er verkaufte kein Produkt — er erklärte ein physiologisches Prinzip, und Millionen Menschen nahmen es sich zu Herzen.

Was er in seinem Podcast über Mouth Taping gesagt hat

Huberman besprach Mouth Taping zum ersten Mal ausführlich in seiner Folge zur Schlafoptimierung und kam danach in mehreren weiteren Folgen über Atmung und Nasenphysiologie darauf zurück. Sein Kernargument war einfach: Menschen sind zum Atmen durch die Nase gebaut, und Mundatmung im Schlaf löst eine ganze Kaskade von Problemen aus — verringerte Stickstoffmonoxid-Produktion, gestörte Schlafarchitektur, ein trockener Mund, der Karies begünstigt, und eine verstärkte Aktivierung des sympathischen Nervensystems. Er beschrieb Mouth Taping als eine simple Maßnahme, um nachts die Nasenatmung zu fördern, und merkte an, dass er es selbst benutzt. Wichtige Einschränkungen fügte er hinzu: Wer eine starke Verstopfung der Nase oder eine Schlafapnoe hat, sollte zuerst mit einem Arzt sprechen, und das Tape sollte ein poröses, medizinisches sein, durch das man atmen oder das man im Notfall abziehen kann — kein Industrieklebeband, das die Lippen versiegelt.

Die Studien, auf die er sich berief

Huberman stützte seine Empfehlungen auf mehrere Forschungsstränge. Er zitierte Arbeiten von George Dallam und Kollegen, die zeigten, dass reine Nasenatmung beim Sport die VO2max nicht senkt, aber die Atemeffizienz verbessert. Er verwies auf Studien zur Stickstoffmonoxid-Produktion in den Nasennebenhöhlen, besonders auf die Arbeiten von Jon Lundberg und Eddie Weitzberg vom Karolinska-Institut, die nachwiesen, dass die Nasenatmung antimikrobielles und gefäßerweiterndes NO in die Lunge transportiert. Er besprach Patrick McKeowns Forschung zum Bohr-Effekt und zur CO2-Toleranz und erklärte, warum Mundatmer oft hyperventilieren — sie atmen zu viel CO2 aus und verringern damit paradoxerweise die Sauerstoffversorgung des Gewebes. Zum Mouth Taping selbst verwies er auf eine Studie aus dem Jahr 2022 im Journal of Sleep Research, die eine 60-prozentige Reduktion der Schnarch-Indizes bei Patienten mit leichter Schlafapnoe zeigte. Ehrlich räumte er ein, dass große randomisierte kontrollierte Studien zum Mouth Taping nach wie vor fehlen.

Die Explosion beim Verkauf von Mund-Tapes

Der kommerzielle Effekt war überwältigend. Innerhalb weniger Monate nach Hubermans ersten Folgen zum Thema meldeten Mund-Tape-Marken Umsatzsteigerungen von 300 bis 500 %. Firmen, die kleine Nischenanbieter gewesen waren, kamen plötzlich mit den Bestellungen nicht mehr hinterher. Der Hashtag #mouthtaping sammelte über 200 Millionen Aufrufe auf TikTok, wo Nutzer ihre Erfahrungen, Daten aus Schlaf-Trackern und Selfies vom nächsten Morgen teilten. Suchanfragen nach "mouth tape for sleeping" auf Amazon stiegen um mehr als 400 %. Der Trend befeuerte auch das Interesse an verwandten Produkten — Nasenpflaster wie Oxistrip verzeichneten einen parallelen Anstieg, als den Leuten klar wurde, dass das Zukleben des Mundes am besten funktioniert, wenn die Nase den Luftstrom tatsächlich bewältigt. Manche Zahnärzte begannen, Mouth Taping Patienten mit chronischem Mundtrockenheit zu empfehlen, und Schlaflabore nahmen es als Gesprächsthema in ihre Beratungen auf.

Praktische Tipps für den Anfang

Wenn du nach Hubermans Ausführungen neugierig geworden bist, Mouth Taping auszuprobieren, so fängst du vernünftig an. Stell zuerst sicher, dass du im Wachzustand bequem durch die Nase atmen kannst. Wenn nicht, kümmere dich zuerst darum — Allergien, eine verkrümmte Nasenscheidewand oder eine chronisch verstopfte Nase brauchen Aufmerksamkeit, bevor du dir nachts den Mund zuklebst. Nutze spezielles Mouth-Tape oder hypoallergenes medizinisches Tape — niemals Klebeband oder irgendetwas, das den Mund luftdicht verschließt. Fang mit einem kleinen Streifen in der Mitte der Lippen an, statt den ganzen Mund zuzukleben. Probier es zuerst bei einem Nickerchen tagsüber aus, um dich an das Gefühl zu gewöhnen. Kombiniere es mit Nasenpflastern wie Oxistrip, damit die Nase vollständig frei ist. Verfolge deine Schlafqualität mit einem Wearable, falls du eins hast — die meisten Menschen merken schon in der ersten Woche eine Verbesserung des Tiefschlafs. Und wenn du dich ängstlich oder klaustrophobisch fühlst, nimm das Tape ab. Das Ziel ist besseres Atmen, keine eingeschränkte Atmung.

OT

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